Die Jusos Kamen laden Bürgerinnen und Bürger sowie die Jugendorganisationen der demokratischen Parteien dazu ein, sich gemeinsam an mehreren Aktionen rund um den Gedenktag zur Reichspogromnacht am 9. November zu beteiligen. Mit der Reinigung von Stolpersteinen, einer historischen Stadtführung und der Teilnahme an der offiziellen Gedenkfeier der Stadt Kamen möchten die Jusos ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit setzen.
„Erinnerungskultur lebt davon, dass Menschen sich beteiligen und Geschichte nicht als etwas Abgeschlossenes betrachten“, erklärt Melek Sönmez, Vorsitzende der Jusos Kamen. „Wir laden daher alle Interessierten herzlich ein, gemeinsam mit uns innezuhalten, zu erinnern und Verantwortung für unsere Gegenwart zu übernehmen.“
Den Auftakt bildet am Mittwoch, 21. Oktober, ab 17 Uhr die gemeinsame Reinigung der Stolpersteine im Kamener Stadtgebiet. Treffpunkt ist das SPD-Parteibüro, Bahnhofstraße 13. Die kleinen Messingtafeln im Gehweg erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. In Kamen liegen inzwischen mehr als 70 Stolpersteine.
Am Donnerstag, 5. November, um 18 Uhr nehmen die Jusos außerdem an der Stadtführung „Reichspogromnacht in Kamen“ mit Gästeführer Udo Nüsken teil. Treffpunkt ist die Stadtbücherei am Alten Markt in Kamen. Eine weitere Führung bietet Udo Nüsken am Sonntag, 8. November, um 11 Uhr an, ebenfalls mit Treffpunkt an der Stadtbücherei. Die Führung dauert etwa zwei Stunden, die Teilnahme kostet 5 Euro pro Person.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die Jusos an der Stadtführung teilgenommen. „Die Führung war sehr eindrücklich und hat deutlich gemacht, dass die Ereignisse der Reichspogromnacht keine abstrakte Geschichte sind, sondern auch in Kamen konkrete Orte, Schicksale und Namen haben“, sagt Luisa Langer, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Kamen. „Wir möchten möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, diesen Teil der Kamener Stadtgeschichte kennenzulernen und darüber ins Gespräch zu kommen.“
Am Montag, 9. November, um 17 Uhr beteiligen sich die Jusos an der offiziellen Gedenkfeier der Stadt Kamen auf der Maibrücke. Im Anschluss findet eine Kranzniederlegung am Jüdischen Mahnmal statt. Danach werden die Jusos – wie bereits im vergangenen Jahr – Kerzen und Rosen an den Stolpersteinen im Innenstadtbereich niederlegen, um die Erinnerungsorte im Stadtbild noch einmal besonders sichtbar zu machen.
„Am 9. November wollen wir die Stolpersteine bewusst noch einmal in den Mittelpunkt rücken“, so Sönmez. „Kerzen und Rosen stehen für das Gedenken an die Opfer, aber auch für unseren klaren Auftrag: Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.“
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an einer oder mehreren Aktionen teilzunehmen. Zur besseren Planung bitten die Jusos Kamen um eine kurze Anmeldung per E-Mail an kamen@nulljusos-kreis-unna.de
