Wie die Rheinische Post heute berichtet, verschärft sich die Wohnungsnot in NRW zunehmend – und betrifft dabei nicht nur die Lage in Großstädten. Die hohen Preise in den Metropolen treiben demnach immer mehr Menschen ins Umland und verschärfen dort ebenfalls den Druck auf dem Wohnungsmarkt. Gleichzeitig werden landesweit weiterhin zu wenige neue Wohnungen gebaut. Hierzu erklärt Sarah Philipp, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:
„Wir haben in NRW ein echtes Wohnungsnotproblem. Familien suchen monatelang nach einer Wohnung, die groß genug und trotzdem bezahlbar ist. Denn wer jeden Morgen zur Arbeit geht, muss am Monatsende noch genug Geld zum Leben haben. Beschäftigte in Krankenhäusern, Kitas oder bei der Polizei können sich das Leben in den Städten aber immer häufiger nicht mehr leisten.
Die Preissteigerungen erfassen dabei inzwischen auch das Umland. Menschen weichen aufgrund der nicht mehr bezahlbaren Mieten aus den Großstädten aus und treffen dann auf zu wenig Wohnraum in den kleineren Städten in der Umgebung. Trotzdem behandelt die Landesregierung die Wohnungsnot noch immer wie ein vorübergehendes Marktproblem. Die Politik von Ministerin Scharrenbach verpufft, während Mieten steigen und der Neubau stockt. Schwarz-Grün muss endlich begreifen: Der Markt allein wird keine Wohnungen für berufstätige Familien schaffen.
Wie der Kampf um bezahlbaren Wohnraum in Großstädten beispielsweise im Bereich der sogenannten Schrottimmobilien gelingen kann, zeigt Köln-Chorweiler: Hier hat die kommunale GAG mehr als 1.200 vernachlässigte Wohnungen übernommen, gesichert und modernisiert. Solche Kraftanstrengungen brauchen wir im ganzen Land. Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Grundstücke, Geld und den politischen Willen zu bauen.
Dieses Best Practice macht deutlich, was alles möglich wäre, wenn der Staat es nicht dem Markt allein überlassen würde. Deshalb muss die Landesregierung endlich mit anpacken und kommunale Wohnungsunternehmen stärker unterstützen: Damit sie bauen, Bestände sichern und dauerhaft bezahlbare Mieten garantieren können. Außerdem braucht NRW auch wieder eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft, die da baut, wo der Markt versagt.“